Das PJM-Stromnetz, das größte Stromnetz der Vereinigten Staaten, das 67 Millionen Menschen in 13 Bundesstaaten im Nordosten versorgt, wird bis 2030 vor einer schweren Krise stehen. Laut einer neuen Studie könnte das PJM-Stromnetz mit dem Hinzufügen von Rechenzentren mit hoher Last mit "Loss of Load Expectation" (LOLE) konfrontiert werden, einem wichtigen Maß zur Bewertung der Zuverlässigkeit von Stromsystemen, das die Anzahl der Stunden oder Tage angibt, an denen die Stromerzeugung hinter der Nachfrage der Kunden zurückbleibt.
Herausforderungen bei der Stromversorgung
Eine Studie, die im Auftrag der Pennsylvania Public Utility Commission durchgeführt wurde, zeigt, dass LOLE im PJM-Netz bis zu 6 bis 100 Mal höher sein kann als der Planungsmaßstab dieses Netzes. In den modellierten Szenarien von 2027 bis 2030 wurde festgestellt, dass die Region nur in dem Szenario, in dem keine neuen Rechenzentren hinzugefügt werden, das LOLE-Ziel von 0,1 erreichen kann.
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Der Maßstab von PJM ist so gestaltet, dass er Einschränkungen für mögliche Stromengpässe schafft, sodass nur ein Ereignis alle 10 Jahre vorhergesagt wird. Im Referenzszenario wird jedoch ein LOLE von 0,59 für das Jahr 2030 prognostiziert, was fast sechsmal schlechter ist als der Planungsmaßstab von PJM.
Notwendigkeit sofortiger Maßnahmen
Im "Worst-Case-Szenario", das eine höhere als erwartete Last und Einschränkungen bei der Bereitstellung von Ressourcen umfasst, wird das modellierte LOLE auf 13,20 ansteigen, was mehr als 100 Mal schlechter ist als der Planungsmaßstab von PJM und mehr als 13 Tage mit Lastverlustereignissen pro Jahr bedeutet.
Steve DeFrank, Vorsitzender der Pennsylvania Public Utility Commission, erklärte, dass diese Analyse eine klare Warnung vor dem Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Stromversorgung sei und dass sofortige Maßnahmen in PJM und eine umfassendere Energiestrategie für Pennsylvania erforderlich seien, um die Stromversorgung mit der Nachfrage in Einklang zu bringen.
PJM hat ebenfalls bestätigt, dass das Wachstum der Lasten von Rechenzentren schneller als die Bereitstellung erfolgt, und erklärt, dass Maßnahmen zur Erhöhung der Stromversorgung und zum Management der neuen Nachfrage ergriffen wurden. Jeff Shields, Chief External Communications Officer von PJM, sagte, dass die Organisation bestrebt sei, die Haushaltskunden und andere Zahler vor den Risiken der Zuverlässigkeit und den steigenden Kosten im Zusammenhang mit der Entwicklung von Rechenzentren zu schützen.
Die Studie zeigt weiter, dass Pennsylvania weiterhin ein Nettoenergieexporteur bleiben wird, jedoch wird erwartet, dass die Exporte von etwa 91 Billionen Wattstunden im Jahr 2025 auf 69 Billionen Wattstunden bis 2035 und 38 Billionen Wattstunden bis 2040 sinken werden.
Mehrere Maßnahmen und Initiativen von PJM und dem US-Energieministerium werden durchgeführt, um den wachsenden Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit der PJM-Ressourcen zu begegnen. Dazu gehört die Überarbeitung der Anschlusswarteschlange und die Bereitstellung von Zuverlässigkeitsunterstützung. Außerdem finden Diskussionen über die Verbesserung der Lastprognosen statt.
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