Im März 2020 bereitete der visuelle Künstler J.J. Chan Videos für eine Gruppenausstellung im Chinesischen Museum für zeitgenössische Kunst in Manchester vor. Diese Ausstellung mit dem Titel „Ein neues Gesicht: Die chinesische Diaspora jetzt“ untersuchte die komplexe emotionale Beziehung von Chan zu Hongkong, der Heimat seiner Eltern.
Nach dem plötzlichen Rücktritt des ursprünglichen Kurators stellte Chan fest, dass es in der Galerie keinen chinesischen Mitarbeiter gab und 12 der 13 Mitarbeiter weiß waren. Diese mangelnde Diversität gab Chan das Gefühl, dass seine Werke durch die Linse von Weißen geformt werden würden, weshalb er sich von seiner Ausstellung zurückzog und einen offenen Brief veröffentlichte, in dem er schrieb: „Meine Erfahrungen und Verletzungen werden als Werkzeug genutzt, um in eine Industrie einzutreten, in der andere ethnische Gruppen deutlich unterrepräsentiert sind.“
Kontroversen und Reaktionen
Daraufhin versuchte die Kunstinstitution, mit der Einstellung von sieben Künstlern aus der chinesischen Generation die Diversitätslücke unter ihren Mitarbeitern zu schließen. Diese Initiative wurde jedoch aufgrund von Bedenken hinsichtlich institutionellem Rassismus seitens dieser Künstler gestoppt. Die Künstlergruppe forderte dann einen internationalen Boykott dieser Institution, was zum Rücktritt von sechs Vorstandsmitgliedern und mehreren Mitarbeitern führte.
Nach der Schließung des Museums aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde der Ort nie wieder eröffnet. Doch jetzt wurde die Institution unter einem neuen Namen wiedereröffnet und mit einer neuen Mission ins Leben gerufen. Mit diesen Veränderungen, kann das Chinesische Museum für zeitgenössische Kunst sein verlorenes Ansehen zurückgewinnen und zu einem echten Kulturzentrum für die chinesische Gemeinschaft und andere Minderheiten werden?
Neue Perspektive
Das Museum sucht nun nach Möglichkeiten, einen Raum zu schaffen, in dem kulturelle Vielfalt angemessen zur Geltung kommt und die Stimmen von Künstlern und der chinesischen Gemeinschaft gehört werden. Mit diesen Veränderungen besteht die Hoffnung, dass diese Institution wieder als herausragendes Kunstzentrum in Manchester auftreten und sich von ihrer umstrittenen Vergangenheit distanzieren kann.


