Im Royal Stratford East Theatre in London entführt das Stück "Blutvergießen" von Ava Picket die Zuschauer in eine moderne Welt voller sozialer Spannungen. In dieser Aufführung kehrt Helen Troja, das Symbol für Schönheit und Liebe, in ihr Zuhause zurück, jedoch diesmal in einem Wohnzimmer im Towie-Stil, in dem Gewalt und Misogynie deutlich sichtbar sind.
Rückkehr nach Hause in einer chaotischen Welt
Das Stück spielt vor dem Hintergrund der englischen Bürgerkriege. Helen, die ihren Ehemann Marcus für einen "Ausländer" verlassen hat, sieht sich Männern gegenüber, die auf Rache aus sind. In der Zwischenzeit spielt ein Bote, der im Adidas-Stil gekleidet ist, eine Art Chorrolle und führt uns in die neuen Entwicklungen dieses England ein. Wütende Männer kommen zu Cees Haus, Helens bester Freundin, und während sie Helen mit sich bringen, feiern sie ihren Sieg mit einem Glas Prosecco.
Ein Bild der zeitgenössischen Gesellschaft
In diesem Stück ist es Ava Picket gelungen, mit der Kombination aus klassischen Mythen und zeitgenössischen Realitäten ein bitteres und kontroverses Bild der heutigen Gesellschaft zu zeichnen. Während Helen versucht, ihre Identität in dieser neuen Welt zu finden, werden die Zuschauer Zeugen ihrer emotionalen und sozialen Kämpfe. Das Stück beschäftigt sich nicht nur mit Themen rund um Geschlecht und Macht, sondern erinnert uns auch daran, dass sich Geschichte immer wieder wiederholen kann.
"Blutvergießen" mit der brillanten Darbietung von Michelle Daukery in der Rolle der Helen ist derzeit im Royal Stratford East Theatre in London zu sehen und läuft bis zum 10. Oktober. Kann dieses Stück uns mit den Realitäten des modernen Lebens vertraut machen oder ist es nur eine Neuauflage der Vergangenheit?



