Goldman Sachs hat seine Prognose für die nächste Sitzung der Federal Reserve erheblich geändert und erwartet nun, dass der Zinssatz in der Sitzung vom 15. bis 16. September um 25 Basispunkte erhöht wird. Diese Zinserhöhung bringt den Zielzinssatz auf einen Bereich von 3,75 % bis 4,00 %.
Änderung der Zinserwartungen
Im vergangenen Monat hatte der Chefökonom von Goldman Sachs, Jan Hatzius, eine Zinserhöhung im September als "sehr unwahrscheinlich" beschrieben und argumentiert, dass schwächere Beschäftigungs- und Inflationsdaten keinen Anlass für eine Änderung der Geldpolitik geben. Jetzt zeigt jedoch das CME FedWatch Tool, dass die Erwartungen für eine Erhöhung um 25 Basispunkte auf 94,5 % gestiegen sind, was darauf hindeutet, dass die Futures-Händler die Erhöhung als nahezu sicher betrachten.
Gründe für die Änderung der Geldpolitik
In diesem Zusammenhang hat David Mericle, ein Experte von Goldman, erklärt, dass "die Federal Reserve möglicherweise zögert, den Markt zu überraschen", aufgrund des starken Konsenses unter den Investoren. Neben Goldman Sachs erwarten auch die Banken JPMorgan, HSBC und Deutsche Bank eine Erhöhung um 25 Basispunkte. Eine Umfrage unter Experten zeigt, dass 85 % von ihnen jetzt mit einer Erhöhung rechnen, was eine signifikante Änderung gegenüber der Vorwoche darstellt.
Goldman Sachs weist auch darauf hin, dass dieser Schritt als Reaktion auf Marktdynamiken und Bedenken hinsichtlich der Glaubwürdigkeit zu verstehen ist und nicht als Anzeichen für eine grundlegende Verschlechterung der Inflation. Die Bank prognostiziert weiterhin zwei Zinssenkungen im Jahr 2027, was darauf hindeutet, dass diese Erhöhung als eine vorübergehende Phase der Straffung betrachtet wird.
Während die 10-jährigen Staatsanleihen auf 5 % gestiegen sind und den Druck auf die Federal Reserve erhöht haben, zeigen die Verbraucherpreisindexdaten (CPI) im August einen Anstieg von 0,4 % im Monatsvergleich und eine jährliche Inflation von 3,4 %. Zudem ist der Rohölpreis auf über 100 Dollar pro Barrel gestiegen und hat den Inflationsdruck in den Lieferketten für Transport, Landwirtschaft und Fertigung erhöht.
Angesichts all dieser Entwicklungen steht die Glaubwürdigkeit von Jerome Powell, dem Vorsitzenden der Federal Reserve, insbesondere nach seiner Rede in Jackson Hole im August, unter Druck. In dieser Rede hatte er gewarnt, dass die Federal Reserve "Handlungen" vornehmen müsse, wenn kein Vertrauen in die Rückführung der Inflation auf das Ziel von 2 % besteht.



